Interview

mit Susi Aly

Ein Interview mit mir

Im Rahmen meiner Blogtour, die vom 19. - 25. November 2018 gelaufen ist, hat mich die liebe Susi von www.magischemomentefuermich.de interviewt. Ich habe mich riesig darüber gefreut! Deshalb zeige ich euch hier den Beitrag aus ihrem Blog.

Kein Buch ist so außergewöhnlich und wunderschön wie "Wir können alles sein" von Johanna Kramer. Ein Roman der mich tief bewegt hat und in dem ich mich förmlich verloren habe. “Wir können alles sein” von Johanna Kramer ist anders, als alles was ich je gelesen habe. Ihr wisst , wie sehr ich es vergöttere und liebe. Im Rahmen unserer Blogtour durfte ich Johanna interviewen und ich darf euch verraten , ich hatte Gänsehaut Momente. Wenn ihr wissen wollt, aus welchem Grund. Schaut unbedingt rein und erfahrt mehr darüber.

Susi Aly || Magische Momente - Alys Bücherblog

Quelle: Instagram, Beitrag vom 23. November 2018

Das Interview

Vor kurzem habe ich deinen Roman „Wir können alles sein“ verschlungen und geliebt. Kannst du den Lesern kurz erzählen, worum es im Wesentlichen geht?

Es geht um zwei Frauen, die sich begegnen und erkennen, dass sie seelenverwandt sind. Diese Begegnung setzt Dinge in Gang, die keine der beiden je erahnen konnte und verändert ihre Leben grundlegend. Ihr Aufeinandertreffen zwingt sie beide, sich ihren Schatten zu stellen, ihren Verletzungen und Ängsten, um gemeinsam daran zu wachsen und sich auf die Liebe einzulassen, die sie seit jeher verbindet.

Dein Roman befasst sich mit einer etwas anderen Art von Liebesgeschichte.
Warum hast du dich für diese Art entschieden?

Wenn ich mir die Welt ansehe, dann gibt es viele Dinge, die mich sehr traurig machen. Vor allem, dass Menschen die anders sind verurteilt und in Schubladen gesteckt werden. Keiner kann wirklich in deren Herzen sehen oder erahnen, weshalb sie leben, wie sie es tun. Die Welt gibt sich tolerant, aber ist sie es wirklich? Ich habe das Bedürfnis über Menschen zu schreiben, die ihr Leben nicht nach der Norm leben und dafür von der Gesellschaft verurteilt werden. Sei es in Bezug auf die Art, wie sie lieben, welcher Arbeit sie nachgehen oder wie sie aussehen. Sie verdienen es eine Stimme zu bekommen, die für sie aufschreit und der Welt erzählt, dass oft vielmehr dahintersteckt, als wir gern glauben möchten.

Weil es nur darauf ankommt, dass wir lieben. Tief. Weit. Wie das Meer.

Carolina

Das Lieblingszitat von Johanna Kramer aus ihrem Buch. Es befindet sich auch auf ihren Lesezeichen.

Ich persönlich konnte nie was mit dieser Art von Liebesromanen anfangen. Aber deine Geschichte ist so anders. Sie geht tiefer, ist unglaublich emotional und tiefgründig.
Man hat fast das Gefühl in diesem Strom aus Emotionen zu ertrinken, sich zu verlieren. Wie gelang es dir, so viel Emotionalität in eine Geschichte einzuweben?

Ich habe mit meiner ganzen Seele geschrieben. Man muss sich öffnen und dann richtig tief schürfen. Man darf nicht an der Oberfläche bleiben und keine Angst vor seinen eigenen Gefühlen haben. Ich habe alles nach oben geholt, was in mir ist. Das ist manchmal sehr schmerzhaft und auch sehr anstrengend.
Wie sagte Ernest Hemingway? „Schreiben ist nicht schwer. Du musst dich nur an eine Schreibmaschine setzen und bluten.“
Genauso ist es. Ich glaube jeder der den Drang und die Leidenschaft für das Schreiben verspürt, der kann es auch. Das Schwere daran ist in Wahrheit nur, jeden Tag aufs Neue seine Ängste zu überwinden und sich der Geschichte voll und ganz hinzugeben.

„Wir können alles sein“ ist dein Debüt.
Ich kann das fast gar nicht glauben. Du arbeitest mit Wörtern, als wäre es nichts. Als hättest du nie etwas anderes getan.
Wie hast du gelernt so mit Wörtern umzugehen, dass es am Ende wirklich auch ein großes Ganzes ergibt?

Ich danke dir Susi. Das ist ein riesen Kompliment für mich. Und ich bin froh, dass es sich beim Lesen so anfühlt, als wäre es nichts, denn so einfach wie es scheint, sind mir die Sätze nicht aus den Händen geflossen.
Ich glaube nicht, dass ich das Schreiben irgendwie „gelernt“ habe. Es war einfach da. In meiner Kindheit und Jugend habe ich schon immer gerne gelesen und geschrieben. Auch wenn sich das Schreiben damals noch auf Tagebücher und Briefe beschränkt hat. Dabei habe ich mich schon immer viel mit mir und meinen Emotionen beschäftigt. Vielleicht war es das, was mir im Wesentlichen dabei geholfen hat, diese Emotionen zu Papier zu bringen. Außerdem war ich schon immer ein großer Fan von Fremdsprachen und habe vor meinem Studium in International Business Communication eine Ausbildung zur Europakorrespondentin gemacht. Die Liebe zu Sprachen und Büchern hat mich also schon mein ganzes Leben lang begleitet.
Letztendlich waren es aber zwei Dinge, die mein Schreiben maßgeblich beeinflusst haben:
Vor drei Jahren habe ich bei Barbara Pachl-Eberhart, einen Schreibkurs zum Thema „Kreatives Schreiben“ belegt. Er hieß „Sonnenseiten, Glücksmomente und Honigtropfen auf Papier“. Dafür war ich 5 Tage lang in Österreich und habe in einer Schreibgruppe eine grandiose Zeit erlebt, die wie ein Türöffner für mich war. Das, was ich dort erfahren durfte, hat mich entdecken lassen, dass ich hauptberuflich schreiben will und auch wie ich es schaffen kann, beim Schreiben meine eigene Stimme zu finden.
Danach habe ich mich zuerst ein paar Monate lang damit beschäftigt, jeden Tag zu schreiben und viel auszuprobieren. Weil ich aber nicht wusste, wie ich aus meiner Idee eine Geschichte machen und starke Charaktere entwickeln sollte, habe ich bei Rainer Wekwerth einen weiteren Schreibkurs belegt. Er hat mir das Plotten beigebracht und an mich geglaubt. Ohne ihn hätte ich es nicht geschafft.

Carolina und Brida stehen im Fokus deines Romans. Zwei Frauen die so unglaublich unterschiedlich sind und tief im Herzen sind sie einsam, dass man es wirklich fühlen kann.
Welche der beiden Frauen hat dich am meisten Kraft gekostet?

Das ist eine sehr gute Frage, über die ich kurz nachdenken musste. Jede hat mich auf ihre eigene Art und Weise herausgefordert. Aber Bri ließ sich nicht immer so leicht in die Karten schauen und deshalb war es schwerer, mich genauso tief in sie hineinzuversetzen wie in Carolina.

ein Bild von Johannas Lieblingsplatz. An diesem alten Sekretär sitzt sie oft und auf der Schreibmaschine schreibt isie tatsächlich. Einige Szene aus “Wir können alles sein” sind auf ihr entstanden. 🙂 Quelle: ©Johanna Kramer


Gibt es ein Erlebnis in deinem Leben, daß dich nachhaltig beeinflusst hat und das du versuchst in einem Roman zu verarbeiten?

Ja, definitiv. Meine Mutter ist vor einigen Jahren an Krebs gestorben und als ich danach meine Arbeit gekündigt habe, um mich dem Schreiben zu widmen (weil das Leben viel zu kurz ist, um Dinge zu tun, die wir nicht mögen und die, ganz nebenbei erwähnt, auch meistens nicht unserem Seelenplan entsprechen) habe ich viel Gegenwind bekommen und bin auf ein Unverständnis gestoßen, das mich auf eine Weise doch sehr erschüttert hat. Es ist eben dieser Gegenwind, den man bekommt, wenn man Dinge anders macht, als es andere von einem erwarten. Es ist dieser Widerstand, auf den man trifft, wenn man den „Mainstream“ verlässt, um seinen Träumen zu folgen. Das wollte ich unbedingt in meinen Roman mit einfließen lassen.

Viele machen zum Ausgleich Spaziergänge oder verbringen Zeit mit Reisen oder einfach der Familie.
Was tust du, um dich zu erden?

Entweder ich schreibe mir alles aus dem Kopf, was sich angesammelt hat – normalerweise mache ich das jeden Morgen, bevor ich weiter am Manuskript arbeite – oder ich gehe tatsächlich an die frische Luft, zum Joggen oder um einen kurzen Spaziergang zu machen. Das Reisen ist auch eine meiner großen Leidenschaften und es eignet sich hervorragend dafür, neue Ideen und Eindrücke für’s Schreiben zu sammeln.

Wie würdest du dich charakterisieren?
Was bist du selbst für ein Mensch?

Was mir spontan einfällt: Ich bin sehr ungeduldig, möchte immer schon den zweiten Schritt vor dem ersten machen und finde es sehr interessant, dass mich das Schreiben dazu zwingt, einen Gang runterzuschalten. Ich muss langsam dabei zusehen, wie sich die Geschichten entfalten und das fällt mir manchmal schwer. 🙂
Ansonsten würde ich mich als sehr wissbegierig und kontaktfreudig beschreiben. Ich lerne gerne neue Menschen kennen und freue mich deshalb wie wahnsinnig über die neuen Kontakte mit dir und den anderen Buchbloggern und natürlich mit meinen Lesern.

Was mich natürlich brennend interessiert. Arbeitest du schon an deinem nächsten Roman?

Ja, tatsächlich arbeite ich schon an meinem nächsten Buch. Das Schreiben ist für mich alles und deshalb kann ich es kaum erwarten, mich in die nächste Geschichte zu vertiefen. Auch wenn mir das im Moment noch etwas schwerfällt. Einerseits hänge ich noch an Brida und Carolina, andererseits habe ich mich mit der Frage beschäftigt, ob ich es noch einmal schaffen kann, ein Buch zu schreiben. Ich weiß jetzt, was mich erwartet, wenn ich wieder so einen gefühlvollen Roman schreiben möchte. Vor ein paar Tagen habe ich dazu auch einen Blogbeitrag auf meiner Website veröffentlicht, für diejenigen, die gerne mehr darüber erfahren möchten. Ich stehe also noch ganz am Anfang mit dem neuen Buch, kann aber schon mal verraten, dass es wieder ein Liebesroman mit großen Emotionen sein wird. Allerdings wird es diesmal um die Begegnung zwischen Mann und Frau gehen.


Liebe Johanna, ich möchte noch so unglaublich viel wissen, aber die Zeit reicht leider nicht aus.

Darum eine letzte Frage: Was bedeutet Stärke und Mut für dich?

Stärke bedeutet für mich, auf seinem ganz eigenen Weg voranzuschreiten, sich über die skeptische Meinung anderer hinwegzusetzen, und auf sein Bauchgefühl zu hören, auch wenn angeblich alles dagegen spricht.
Mut bedeutet, mit Angst zu tun, was man tun muss und nicht darauf zu warten, dass die Angst vergeht. Das tut sie nämlich nicht.

 

Quelle: https://magischemomentefuermich.de/2018/11/23/werbung-interview-mit-johanna-kramer/

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